Tagebuch vom 24. Kieler Open In der Zeit vom 30.7.-5.8.2011
Hartwig Ruhberg eröffnet das 24. Kieler Open 2011.
Die Turniereröffnung Fast pünktlich eröffnete Hartwig Ruhberg, der 1. Vorsitzende der Kieler Schachgesellschaft von 1884/Meerbauer e.V., das 24. Kieler Open 2011. Längst waren noch nicht alle Spieler, die sich angemeldet hatten, am Spielort erschienen, so daß die Turnierleitung ein paar Teilnehmer inaktiv machen mußte. Sie werde zugelost, wenn sie im Turniersaal erscheinen. Ruhberg begrüßte die Gäste mit einem Rückblick, den die die Kieler Nachrichten gebracht hatten, auf zwei jugendliche Spieler, die ihre Turnierlaufbahn in Kiel beim 15. Kieler Open 2002 begannen. Es sind Magnus Carlsen und David Baramidze. Beide sind inzwischen Schachgroßmeister und Baramidze spielt in diesem Turnier wieder mit.
Michael Piegenschke, der Mann der für alles zuständig ist.
Die Großmeister machen die ersten Züge.
Der 1. Tag und die 1. Runde Elo-Turnier Nach der Eröffnung konnte das Turnier seinen Anfang nehmen. Mit 70 Spielern ist das Elo-Turnier nicht ganz ausgebucht. Wie üblich wurden starke Spieler gegen schwächere gepaart, so daß zwei Spieler die Ehre bekamen gegen die Großmeister, Zigurds Lanka und David Baramidze, das Eröffnungsspiel zu bestreiten. Eine Großmeisterin, Tetyana Melamed, wird sich in dieser Männerwelt behaupten müssen. Ihren ersten Kampf gegen Mirko Neitzel gewann sie. Auch die männlichen Großmeister konnten sich behaupten. Baramidze gewann gegen R. Gehrmann und Lanka blieb Sieger über Thomas Kussin. Der erste Schritt zur Festlegung der Reihenfolge wurde mit der 1. Runde gemacht.
Die 1. Runde im DWZ-Turnier hat begonnen.
DWZ-Turnier Mit 39 Spielern ist das DWZ-Turnier beinahe so gut besucht wie vor einem Jahr. Auch hier wurden stärkere Spieler gegen schwächere gepaart. Überraschungen bleiben dabei niemals aus. Auch hier begann man sogleich die Reihenfolge auszuspielen. So nimmt es kein Wunder, daß die stärksten Spieler auch hier sofort die Führung übernahmen. Dustin Möller gewann gegen Mirko Ojstosek und Malte Hentrop besiegte Günter Wisotzki. Nun sagt die 1. Runde wenig aus. Mal sehen was die 2. Runde bringt.
Die 2. Runde.
Der 1. Tag und die 2. Runde Elo-Turnier In dieser 2. Runde wurden die bisherigen Sieger nach Spielstärke gegeneinander gelost. Für die drei Meister waren die Aufgaben lösbar. Nur GM Baramidze mußte fast über die ganze Strecke gehen bis er den Sieg errungen hatte. GM Lanka und wGM Melamed konnten in den ersten 4 Stunden ihrer Gegner besiegen. Im Tabellenstand allerdings hatten andere die Nase vorn und besetzten die ersten Ränge. Nur Baramidze blieb Tabellenführer. Lanka rutschte trotz Sieg auf den 6. Platz ab und Melamed rutschte gar auf Platz 10 zurück. Die wird wohl nur vorübergehend sein, denn in der 3. Runde werden die Gegner stärker und bringen dann wohl auch eine bessere Wertung mit. Schwieriger gestaltete sich das Remis von Dusan Nedic gegen Philipp Prasse. Prasse mit einer Qualität mehr schaffte es nicht seine Mehrqualität zum Einsatz zu bringen. Nedic verteidigte so geschickt, so daß Prasse einen Turm immer mit Deckungsaufgaben betraute. Zum Schluß zwang die Zeitkontrolle beide in ein Remis durch Stellungswiederholung einzuwilligen.
Die Herausforderer hatten Platz genommen und warteten auf die Gegner.
Auch im DWZ-Turnier schenkte man sich nichts.
DWZ-Turnier Überraschungen bleiben nicht aus. Konnte man den Sieg von Alexander Pluska gegen Bernd Zielke in der 1. Runde noch dem schnellen ziehen von Zielke zuordnen, so war der Sieg gegen Gerrit Drumm verdient. Gemeinsam mit Dustin Möller, Armin Bentel und Edgar Lange führt Pluska die Tabelle an. In der nächsten Runde wird sich einiges klären, denn die vier unbesiegten Spieler müssen gegeneinander antreten.
Der 2. Tag und die 3. Runde Elo-Turnier Allmählich stellt sich eine Rangordnung im Turnier ein. Stärkere Spieler, die bedingt durch die Auslosung im Mittelfeld rangierten, fordern die Meister nun heraus. So kam es zu den Spielpaarungen Baramidze gegen Ulrich Gebhardt, Alexander Haffner gegen Lanka und Melamed gegen Ferdinand Voelzke. Das vierte Brett belegten Arne Jochens und Peter Horn. Jedem Spieler war bewußt, daß nur der Sieger hier im Oberhaus weiterhin spielen kann. Am ersten Brett setzte Baramidze durch. Der Verlierer fiel weit ins Mittelfeld zurück. Der Weg wieder nach oben zu kommen ist schwer. Am 2. Brett konnte der Großmeister nicht gewinnen. Haffner trotzte Lanka ein Remis ab. Am dritten Brett mußte die wGM Melamed den Sieg dem Herausforderer Voelzke überlassen. Die beiden Aufsteiger auf dem Weg nach oben Jochens und Horn trennten sich mit einem Remis, was für Jochens etwas günstiger war als für Horn. Horn fiel etwas ab. Dafür hatte sich Nedic wieder nach oben gespielt.
Eine Großmeisterin schaut der Konkurrenz zu.
Für diesen Kampf hat das Zuschauen beim Konkurrenten nichts genutzt. F. Voelzke gewann dieses Spiel gegen die wGM Melamed.
DWZ-Turnier Im kleinen Turnier konnte Alexander Pluska seinen Siegeszug fortsetzen. Er besiegte im Spitzenspiel Dustin Möller. Er ist jetzt mit 3 Punkten aus drei Spielen Tabellenführer. Die weiteren Spiele werden es zeigen ob der Jugendliche weiter oben mitspielen wird, oder doch den erfahrenen Spielern das Feld überlassen muß. Am 2. Brett kam Edgar Lange gegen Armin Bentel nicht über ein Remis hinaus. Mit dem Sieg über Malte Hentrop konnte Patrick Henschen als neuer Herausfordere eines der Führenden anmelden.
Nicht gerade glücklich haben G. Wisotzki und G. Drumm gespielt. Das war noch nicht ihr Turnier.
Der 2. Tag und die 4. Runde Elo-Turnier Es kam wie es kommen mußte. Voelzke konnte am 1. Brett gegen den Großmeister nicht bestehen. Zwar hielt er lange dem Großmeister stand aber am Ende war Baramidze der Sieger. Bitter für den Verlierer ist der Abstieg ins Mittelfeld. Hier muß man fiel Stroh dreschen, um wieder Körner zu sehen. Sein Abstieg ist nicht ein so tiefer Fall wie zuvor bei Gebhardt. Die Chancen stehen gut, daß Voelzke wieder ober mitspielen wird. Lanka hatte keine Mühe gegen Peter Schnitzer. Diese Partie war recht schnell zu Ende und Lanka der Sieger. Ganz anders am dritten Brett. Nedic, der sich schnell von seinem Abstieg erholte hatte, stand gegen Erich Maahs immer nur auf Abwehr. Maahs gab ihm keine Gelegenheit aktiv zu werden. Als Nedic noch zuließ, daß ein gegnerischer Turm die zweite Reihe besetzte, war das Ende abzusehen. Nedic mußte nach schon verlorenem halben Punkt im 2. Spiel nun einen ganzen Punkt abgeben. Solche Niederlagen schmecken bitter. Jochens, der nach der Punkteteilung noch oben in der Spitze blieb, hatte mit Alexander Petri einen fast ebenbürtigen Gegner. Erst kurz vor der letzten Zeitkontrolle konnte Jochens einen Bauern umwandeln, worauf Petri sofort aufgab. Nedic und Petri sind tief ins Mittelfeld zurückgefallen, wo es schwierig wird wieder den Anschluß herzustellen.
Nachdenklich kratzt sich J. Kollhof am Ohr. Mit einem Bauern weniger nahm er das angebotene Remis sofort an.
DWZ-Turnier Im Kampf um die Spitze trafen Pluska und Lange aufeinander. Für Pluska ging es um den behalt der Tabellenspitze und für Lange darum den Anschluß zu behalten. Siegen konnte keiner. Das Remis ließ Lange zurückfallen und Pluska muß die Spitze teilen mit Armin Bentel der zuvor Henschen besiegt hatte. Als ein neuer Anwärter auf eine Spitzenstellung in der Tabelle meldete sich Hardy Wenske und Jens Stork an. Wenske spielte zwar nur Remis gegen Lorenz Wesener, aber mit drei Punkten hält er Kontakt nach oben. Stork hat sich mit einem Sieg über Jakob Dreesen ebenfalls in die Reihe der 3½ eingereiht. Unten in der Tabelle sind die Kinder eifrig bemüht sich zu verbessern. Wie stellte Dorian Gutschenreiter nach dem Spiel lapidar fest: „Ich habe schlecht gespielt!“
Das Spitzenspiel zwischen A. Pluska und E. Lange endete Remis.
Der 3. Tag und die 5. Runde
Erich Maahs und Ferdinand Voelzke konnten ihre Stellung in der Tabelle behaupten. Die Partie endete Remis.
Elo-Turnier Es kam wie es irgendwann einmal kommen muß. Auch die Großmeister kochen nur mit Wasser. GM Lanka mußte in ein weiteres Remis einwilligen. Sein Gegner Manu Günningmann ließ Lanka einfach nicht richtig ins Spiel kommen. Ganz anders am 1. Brett. Dort saßen sich Baramidze und Jochens gegenüber. Jochens hatte nur eine theoretische Chance den Großmeister zu schlagen. Die Folgen dieser Niederlage heiß im Feld eine neue Chance nutzen. Obwohl er eine Qualität mehr hatte, konnte Erich Maahs gegen Voelzke nicht gewinnen. Die Partie endete Remis. Die Großmeisterin gewann sicher gegen Rudolf Gehrmann. Fast ein Drittel der Partien endeten Remis. Damit gab es kaum Veränderungen in der Rangfolge. Nur die Verlierer rutschten in der Tabelle runter. Im Oberfeld der Tabelle gibt es neue Herausforderer, die es mit den Großmeistern aufnehmen wollen.
Was habe ich falsch gemacht?
Die beiden Kinder hatten auch nichts zu verschenken und trennten sich Remis.
DWZ-Turnier Im DWZ-Turnier trafen die beiden führenden Spieler Jens Stork und Pluska aufeinander. Nach fast fünf Stunden zeichnete sich der Sieg für den jugendlichen Pluska ab. Nachdem die letzten Türme getauscht waren, bekam Pluskas Freibauer Beine und lernte das schnelle laufen. Stork sah keine Chance mehr, das Spiel zu halten und gab auf. Allmählich schieben sich die stärkeren Spieler in die oberen Ränge. Für Pluska wird es schwer werden die Stellung zu halten. Aber gerade jugendliche Spieler sind schwer zu beurteilen. Ihre Spielstärke änderte sich schneller, als man sich das denken kann. Möller konnte zum Führenden aufschließen nachdem er Bentel besiegt hatte. Lange verlor gegen Lorenz Wesener und fiel stark im Feld zurück.
Immer, wenn eine Partie zu Ende geht, bildet sich ein Pulk von Zuschauern, die sehen wollen wie der Kampf abgewickelt wird.
Vorne: Baradmidze gegen Melamed. Hinten:Weil beide Spieler etwas später am Brett eintrafen hatte ein Scherzbold beide Könige in die Mitte des Brettes Gestellt. Als Lanka und Maahs ans Brett kamen machten sie große Augen. Wer hatte das Remis gestellt?
Der 4. Tag und die 6. Runde Elo-Turnier Dieser 4. Turniertag brachte endlich die Großmeister zusammen an ein Brett. Es war zwar nur die kleine Runde zwischen wGM Melamed und GM Baramidze aber immer hin wurde es ein spannender Kampf. Dir Großmeisterin schenkte dem Großmeister nichts. Als aber im Endspiel, als nur noch weißfeldriger Läufer auf der weißen Seite und ein Springer auf der schwarzen Seite im Spiel waren, erwies es sich, daß der Springer in dieser Lage der stärkere war. Ein Springerschach, und der unaufhaltsame Vormarsch des schwarzen Freibauern, waren der Grund weshalb die Großmeisterin die Partie aufgab. Lanka ließ auch dem Herausforderer Maahs keine Chance und gewann die Partie. Lanka der schon mit einem Punkt Rückstand auf Baramidze in der Tabelle steht, kann sich weitere Punktverluste nicht erlauben. Er muß auf Sieg spielen. Am dritten Brett setzte sich Günningmann gegen Rolf Behnk durch. Günningmann erwartet nun seinerseits einen Herausforderer, da die neue Paarung die beiden Großmeister Lanka und Baramidze aufeinander treffen. Die wGM Melamed fiel etwas zurück und kam als Gegnerin jetzt nicht in Frage. Am vierten Brett wahrte Nedic seine Chance gegen Alexander Petri. Dieses Mal ließ sich Nedic nicht in einen zweifelhaften Abwehrkampf verwickeln, sondern setzte auf Angriff und hatte Erfolg damit. Die Lage im Mittelfeld stabilisiert sich allmählich. Oben die stärkeren Spieler die sich gegen schwächere durchgesetzt haben. Das schafften aber nicht alle. AN einigen der stärkeren Spieler lief das Turnier vorbei. Sie dümpeln weiter im unteren Mittelfeld herum. Zuviel haben sie schon verloren um oben noch entscheidend eingreifen zu können.
Dieses Mal gab es keine Abwehrschlacht wie zuvor. Nedic gewann gegen Petri.
DWZ-Turnier Im kleinen Turnier setzte Pluska seinen Siegeszug fort. Lorenz Wesener mußte dem Spitzenreiter den Sieg und den Punkt überlassen. War der Auftaktsieg gegen Zielke noch als ein Zufallstreffer behandelt worden, so dämmert es den Verfolgern allmählich, daß hier ein stärkerer Spieler sitzt, als seine Wertungszahl es aussagt. Mit einem ganzen Punkt Vorsprung führt er die Tabelle an. Am zweiten Brett waren die letzten 10 Minuten die spannendsten der ganzen Partie. Hardy Wenske mußte aktiv werden, denn sein Gegner Dustin Möller drohte mit einem einzügigem Matt. Ein Damenopfer mit Schachgebot und danach ein Bauernschach zwangen den schwarzen König auf ein weißes Feld. Der jetzt einschlagende weiße Läufer zwang den schwarzen König zum Ausweichen. Der verwandelte Bauer bot als Dame erneut Schach. In der Folge brach der ganze Königsflügel zusammen. Der das einzügige Matt stützende Bauer fiel und damit die Mattdrohung. Nun drohte Wenske mit einem Mattangriff, was sich Dustin aber nicht mehr zeigen ließ. Er gab auf. Nach langem Kampf gab Jens Stork gegen Armin Bentel seine Partie auf. Die zu Turnierbeginn erwarteten Spieler an der Tabellenspitze fielen fast alle ins Mittelfeld zurück. Eine gute Wertungszahl ist noch keine Garantie für den Erfolg. Andere sind auch hungrig.
Vorne H. Wenske der mit einer guten Attacke gegen D. Möller gewann. Hinten: A. Pluska im Spiel gegen L. Wesener.
Die Blitzspieler.
Der Kieler Open Blitz am 4. Turniertag Zur Halbzeit des Kieler Open, immer am 4. Turniertag, wird ein Blitzturnier ausgetragen. Nicht nur Turnierteilnehmer sind dazu eingeladen sondern, da es offen ausgetragen wird, kommen auch Turnierfremde zum Spielen her. Die Teilnehmerzahl ging von Jahr zu Jahr zurück und hat sich zwischen 10 und 15 Spielern eingependelt. Als die Geldpreise auf Sachpreise umgestellt wurden blieben die geldhungrigen Spieler dem Turnier fern. Nur 11 Spieler aus dem Teilnehmerfeld des Kieler Open fanden den weg zum Blitzturnier. Ergänzt wurde das Feld durch drei Turnierfremde Spieler, die wegen des Spiels und nicht der Preise wegen kamen. So konnte das Turnier mit 14 Spielern beginnen. Zu Beginn stand bei der Turnierleitung die Frage im Raum: Spielen nach Schweizer System wie ausgeschrieben oder ein Rundenturnier. Es wurde nach dem Ch-System gespielt, auch im Hinblick, daß die 20 Minuten längere Spielzeit die die Vorbereitung auf das Hauptturnier verkürzt hätte. Sieger des Turniers wurden Christoph Schinkowski und Harald Klawitter deutlich mit 10½ Punkten vor dem besten Turnierspieler Christoph Deutschbein der mit 7½ Punkten Dritter wurde. Mit 6 Punkten folgten Tobias Vöge und David Kardoeus. Weitere Plätze belegten 6.-7. Philipp Prasse und Carsten Groh beide 5½, 8.-10. Nico Schwarz, Daniel Boden und Jens Stork alle mit 4½, 11. -12. Alexander Indinger und Ulrich Peschke beide 4, 13. Malte Hentrop 2½ und der 14. Lorenz Wesener 2. Die Blitzturniere sind nicht mehr der große Renner im Schach. Schnellschach hat den Blitz abgelöst. Vielleicht wendet sich die Spielerneigung einmal wieder. Für ein zwischengeschobenes Schnellschachturnier fehlt einfach die Zeit. So wird es beim Blitz bleiben.
Die beiden Sieger im Blitzturnier. In der Mitte Ch. Schinkowski und hinten H. Klawitter.
Jugend neben dem Alter
Tigran Poghosyan vom Lübecker SV ist mit 10 Jahren der jüngste Spieler im Elo-Turnier. Einigen Spielern hat er schon Respekt abgenötigt und bisher 2,5 Punkte auf dem Konto. Daneben eine der ältesten Turnierspielerin Dorit Gehrmann, die zwar etwas später ins Turnier kam aber auch schon 3 Punkte erkämpft hat.
Der 5. Tag und die 7. Runde Elo-Turnier Dieser Tag sollte ein großer Turniertag werden. Die Großmeister trafen aufeinander. Aber weit gefehlt. Diesem Tag fehlte einfach die Würze. Die Großmeister trennten sich nach wenigen Zügen mit einem Remis, was keinem wehtat. Auch andern folgenden Brettern herrschte das Remisklima. So endeten die Partien zwischen Günningmann und Gebhardt, zwischen Eckart Ressler und Nedic Dusan sowie zwischen Peter Schnitzer und wGM Melamed allesamt Remis. Erst am fünften Brett wurde dieser Bann gebrochen. Maahs unterlag gegen Jochens. Eine Überraschung war das Ergebnis zwischen Tilo von Koschitzky und F. Voelzke, das Koschitzky gewann. In der 8. Runde wird Koschitzky im Oberhaus spielen. Dort muß er zeigen daß, seine Siege über Jürgen Kropp und Voelzke keine Zufallstreffer waren.
Wer mit einer Figur trommelt wird ungeduldig, weil der Gegner gar zu lange überlegt.
So sieht das Nachdenken aus.
DWZ-Turnier Der bisherigen Spitzenreiter im DWZ-Turnier, Pluska, mußte die erste Niederlage gegen Armin Bentel einstecken. Schon sehr früh hatte Bentel die Königsstellung seines Gegners aufgebrochen, was schließlich auch zum Sieg führte. Wenske der seine vorherige Partie so schön abschloß mußte diesmal in ein Remis einwilligen, und damit war er auch gut bedient. Möller hat seine Niederlage vom Vortag noch nicht verkraftet. Jetzt mußte er in Folge eine weitere einstecken gegen Lorenz Wesener. Spieler, die sich mühsam bis ins obere Mittelfeld hochgespielt hatten, ließen allesamt Haare.
Aussitzen ist alles.
Das Mittelfeld ist groß.
Der 6. Tag und die 8. Runde Elo-Turnier Dieser Spieltag wurde beherrscht vom langen andauernden Abwehrkampf des Eckart Ressler gegen GM Lanka. Lanka mit Dame gegen Resslers Turm und Springer. Der Springer mußte den König schützen und der Turm Lankas Freibauern halten. Lanka wiederum unternahm alles um Resslers Bauern vom Brett zu entfernen. Das gelang ihm auch. Aber immer wieder mußte Lanka die Dame zurücknehmen um seine Bauern zu schützen. Nach einem langen währen Abwehrkampf unterlief Ressler ein Fehler und sein Spielschicksal war besiegelt. Ein ähnliches Verteidigungsspiel spielte sich zwischen Nikolai Sakel und Joachim Berger am 14. Brett ab. Sakel mit Zwei Türmen gegen Bergers Dame. Sakel unternahm den Versuch einen Bauern voranzutreiben, währen Berger seinerseits mit Unterstützung der Dame auch einen Bauern marschieren ließ. Eigentlich sah alles nach einem Erfolg von Sakel aus. Doch dann zog er einen der Türme zur Seite um seinem Bauern den Weg freizugeben. Das war die Wende in dieser Partie. Durch die Umgruppierung der Türme ging dieser Freibauer verloren. Die Drohung, eine zweite Dame kommt ins Spiel, entschied die Partie zugunsten von Berger. Eine Runde vor Turnierende zeichnet sich ein großes Mittelfeld ab, in dem die Spieler einen Punktestand haben der von 5 bis 4 Punkten reicht. Ein kleines Feld der Spieler hat eine Punktzahl von 5,5 über 6 bis zum Spitzenreiter GM Baramidze mit 7,5 Punkten erreicht. Nicht viel mehr Spieler stehen am unteren Ende der Turniertabelle mit 3,5 bis 3 Punkte. Unter ihnen befinden sich Spieler die man eigentlich höher in der Tabelle suchen müßte.
Der Abwehrkampf zwischen E. Ressler (2. Tisch links) und GM Lanka dauerte sehr lange.
DWZ-Turnier Einen ähnlichen langen Abwehrkampf gab es auch im DWZ-Turnier. Nur das hier die Zeichen umgekehrt waren. Nicht der angreifende Alexander Serbin blieb als Sieger am Brett, sondern hier siegte die Verteidigerin Jessica Wallat. Eigentlich hätte Alexander das Spiel gewinnen müssen, wenn er im Übereifer nicht seinen Turm hinter seinen König gebracht hätte. Diese Gelegenheit ließ die elfjährige Jessica nicht ungenutzt. Mit ihrem Turm bot sie Schach und tauschte die Türme mit Schach ab. Der nun freie Bauer marschierte ohne noch eingeholt werden zu können zu seiner Umwandlung. Alexander gab auf. In den beiden Spitzenspielen trennten sich beide Paare A. Bentel gegen Jakob Dreessen und H. Wenske gegen A. Pluska mit einem Remis. So daß die endgültige Entscheidung erst im letzten dem 9. Spiel fallen wird.
Auch hier dauerte der Abwehrkampf sehr lange. Schließlich siegte die Verteidigerin Jessic Wallat über den Angreifer Alexander Serbin.
GM Baramidze (rechts) besiegte D. Nedic und wurde Turniersieger.
Der 7. Tag und die 9. Runde Elo-Turnier Dieser letzte Tag und damit auch das letzte Turnierspiel mußte für alle Spieler die Festigung der Stellung in der Tabelle bringen. Bei den ausgeschrieben neun Preisen war für die Führenden in der Tabelle jeder halbe Punkt vielleicht 50 € wert. Bis auf das Spiel am zweiten Brett, wo sich Jochens und Lanka mit einem Remis sehr schnell trennten, wurde noch die volle Spielzeit in Anspruch genommen. Für GM Lanka war das Remis der zweite Preis und für Jochens war es der Gewinn des vierten Preises. Am 1. Brett machte es Nedic, mit den schwarzen Steinen, dem Großmeister nicht leicht. Es dauerte lange, bis die Stellung eine Schlußkombination möglich machte. Baramidze gewann, nachdem er die Dame erobert hatte und mit Matt drohte. Nedic gab auf und mußte mit dem 6. Preis zufrieden sein. Am dritten Brett kämpften wGM Melamed gegen Gebhardt um den 3. Preis. Die Großmeisterin brauchte einen Sieg um den 3. Preis noch zu gewinnen oder mindestens ein Remis um im Preisrang zu bleiben. Gebhardt hätte ein Remis für einen Preisrang ausgereicht, aber ein Sieg bringt den 3. Preis, und so wurde bis zum Schluß gekämpft. Diesen Kampf gewann Gebhardt und warf die Großmeisterin aus den Preisrängen. Als Frau unter Männern wurde sie doch geehrt. Die Preise fünf, sieben, acht und neun gewannen P. Schnitzer, A. Petri, C. Deutschbein und M. Günnigmann. Für den Rest des ganzen Turnierfeldes ging es nur noch um eine Verbesserung der Wertungszahlen, bedeutet das doch im nächsten Turnier höher eingesetzt zu werden.
Ein schnelles Remis zwischen GM Lanka und A. Jochens brachte Lanka den 2. Preis und Jochen gewann den 4. Preis.
Alter gegen Jugend. Die Jugend gewann.
DWZ-Turnier
Für drei Spieler ging es um die Siegerehre und damit auch um die Preise. Mit 6 Punkten führten Henschen, Pluska und Bentel die Tabelle an. Ihnen auf den Fersen saßen mit 5½ vier Spieler im Nacken. Von diesen vier Spielern nur Lange, Dressen und Wenske das Ziel erreichen. Henschen besiegte Pluska, der durch diese Niederlage noch auf den 5. Rang abrutschte. Der Sieg brachte Henschen den 2. Preis ein. Bentel warf Bernd Rosenkranz noch aus dem Rennen und wurde Turniersieger in diesem kleinen Turnier. Lange spielte lange gegen Wenske bis er seinen Sieg melden konnte und damit den 3. Preis errang. Für Wenske wurde die Niederlage versüßt, weil er dank der Wertung, noch auf dem 6. Rang landete und somit einen Preis mit nach Hause nehmen konnte. Um den 4. Preis kämpften Dreessen und Wesener. Dreessen gewann den Kampf und damit den 4. Preis.
Die letzten Kämpfe im Turnier.
Der 1. Vorsitzende der Kieler SG/Mb. Hartwig Ruhberg beendet das Turnier mit der Siegerehrung.
Mit den drei Siegern bespricht der Fotograf die Aufnahmestellung.